Wie werden Playmobil Figuren und Spielzeug hergestellt

Wie und wo werden die Playmobilfiguren und das Playmobil Spielzeug hergestellt? Playmobil produziert in Dietenhofen (Landkreis Ansbach). Das firmeneigenem Gelände der PLAYMOBIL-Produktionsbetrieb misst über 250.000 qm. Das 1969 entstandene Fertigungs- und Lagergebäude wurde in den vergangenen Jahrzehnten mit enormen Investitionen ständig ausgebaut und den aktuellen Bedürfnissen angepasst.

Auf der Mittelmeerinsel Malta hat die Firma Brandstätter eine weitere grosse, hochtechnisierte Produktionsstätte, die vor allem Figuren und die Kleinkindlinie fertigt. Weitere Betriebe gibt es in Spanien und einen Montagestandort in Tschechien.

Wie geht die Firma Playmobil bei der Herstellung von neuen Figuren und Spielwaren vor:

1. Entwicklung und Design unter Berücksichtigung von Kinderwünschen und technischer Machbarkeit
Das Bemühen um qualitativ hochwertiges und sicheres Spielzeug fängt lange vor der Produktion der Artikel an. Die Konzeption und Entwicklung von Neu­heiten von der ersten Idee bis zur Markteinführung dauert bis zu drei Jahre. Langjährige, mit der Marke PLAYMOBIL eng verbundene Mitarbeiter berück­sichtigen bereits im Entwicklungsprozess neben dem Spielwert eine einfache Handhabung und die altersgerechte Gestaltung, dies alles unter Ausschluss möglicher Gefahrenquellen. Das Kunststoff-Rohmaterial für die jeweiligen Spielfunktionen wird hinsichtlich Belastbarkeit und Qualität sorgfältig ausge­wählt.

2. Testen von Produktionsmaterial
Die beste Voraussetzung sichere und hochwertige Qualität zu produzieren, ist die sorgfältige Auswahl der Lieferanten sowie die Überprüfung aller verwende­ten Produktionsmaterialien, inklusive aller Farben, bereits vor dem Einsatz in der Produktion. Diese Qualitäts- und Sicherheitstests werden von der LGA, einem anerkannten, unabhängigen Institut gemäss den europäischen und ameri­kanischen Sicherheitsrichtlinien für Spielzeug durchgeführt.

3. Tests auf Qualität und Sicherheit
Selbstverständlich werden die Artikel aus der laufenden Produktion wiederum von in den Testlaboren der LGA gemäss den europäischen und amerikanischen Sicherheitsstandards für Spielzeug getestet und geprüft. Dementsprechend tra­gen bereits seit 2001 alle PLAYMOBIL-Artikel das Prüfsiegel der LGA. Bestätigt wird das PLAYMOBIL-Team bei seinem konsequenten Einsatz für Qualität, Sicherheit und pädagogischen Spielwert durch zahlreiche Auszeichnungen für seine Produkte.

3. Produktion “in eigener Regie??
Der entscheidende Vorteil von PLAYMOBIL ist die Produktion in eigenen, modernsten Produktions-, Lager und Versandanlagen in Deutschland und den Fertigungsstätten auf Malta, in Spanien und Tschechien. Firmeninhaber Horst Brandstätter bekennt sich zur Standorttreue: „Herausragende Qualität kann nur erreicht werden, wenn die Fertigung unter eigenen Augen geschieht, mit Leuten, die über lange Zeit Markenverständnis entwickelt und gelernt haben, höchste Qualität zu produzieren.“

Ein Rundgang, dem Materialfluss folgend, beginnt bei 17 Materialsilos mit einem Fassungsvermögen von je ca. 65 Tonnen. Der Jahresbedarf an Kunststoff-Rohmaterial – überwiegend wird ABS und PS verarbeitet – liegt bei 17.000 Tonnen. Der Weg führt weiter in die Spritzerei, eine der grössten in Europa. In vier Hallen stehen in Reih und Glied ca. 350 Spritzmaschinen der neuesten Generation in verschiedener Grösse, darunter Zwei-, Drei- und Vierfarb-Spritzgiessmaschinen. Ein Grossteil der mikroprozessorgeregelten Maschinen wird über ein Rohrleitungssystem automatisch mit Kunststoffgranulat versorgt.

Zur Kapazitätserhöhung erfolgt die schrittweise Umstellung der PLAYMOBIL-Spritzerei auf ein 5-Schicht-System. Dadurch kann an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr gearbeitet werden. Vor allem aber ist damit eine maximale Nutzung der bestehenden Produktionsanlagen mit ca. 350 Spritzmaschinen gewährleistet. Täglich werden ca. 6 Millionen Einzelteile gespritzt. Zahlreiche Maschinen sind mit Handlinggeräten aus­gestattet, die die Teileseparierung und Entnahme vornehmen. Anfallende Angussteile werden eingemahlen und zusammen mit Neumaterial ohne Qualitätsverlust wieder verarbeitet.

In der Abteilung Montage arbeiten technisch optimierte Verpackungs­anlagen, jeweils exakt abgestimmt auf die unterschiedlichen Packungsgrössen. Durch Wägesysteme am Ende jeder Anlage werden Artikel schon bei geringer Abweichung vom Normgewicht automatisch aussortiert. Diese Gewichtskontrollen, die auch schon in der Vorfertigung eingesetzt werden, schließen Fehlmengen in originalverpackten Artikeln nahezu aus. Durchschnittlich werden täglich ca. 65.000 PLAYMOBIL-Packungen produziert.

Die Kapazität des 1979 in Betrieb genommenen vollautomatisch gesteuerten Hochregallagers wurde 1992 und 2005 jeweils verdoppelt. Mit 140 m Länge, 30 m bzw. 40 m Höhe und 80 m Breite hat es ein Fassungsvermögen von 52.000 Paletten mit je 1,8 cbm. Das Lager bevorratet sowohl Halbteile, als auch Fertigware.

Herzstück der Firma ist das unterirdisch untergebrachte, mit besonderen Sicherheitsvorkehrungen ausgestattete Formenlager. Die zur Produktion von PLAYMOBIL erforderlichen rund 8.000 Stahlspritzformen repräsentieren einen Wert von über 180 Millionen Euro. Allein für die 2008 neue Spielwelt Ägypten waren 117 neue Spritzformen, darunter 2- und 3-Komponentenformen mit einem Invest von 3 Mio. Euro notwendig.

Aus Qualitäts- und Sicherheitsgründen wird für feste Verbindungen verstärkt Ultraschall-Schweisstechnik eingesetzt. Ausserdem wird die Fertigungstiefe bei vielen Artikeln um den Tampondruck erweitert.

Vor geraumer Zeit wurde ein Technikum mit Prüflabor für analytische Tests eingerichtet. In diesem Bereich werden die Grundlagen für reproduzierbare Fertigungsprozesse in der Kunststoffverarbeitung festgelegt. Das Motto „Alle Sicherheit dem Kind“ ist bei PLAYMOBIL hohes Gebot.

Von 30 LKW-Ladebuchten aus tritt PLAYMOBIL-Spielzeug seinen Weg in alle Welt an. In der ersten Etage sind die mit modernsten Kommunikationsmitteln ausgestatteten Büros der Betriebsleitung und Arbeitsvorbereitung untergebracht. Der gesamte Betriebsablauf wird über EDV gesteuert.

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1 Kommentar gepostet von »

  1. 1

    Susanne schreibt,

    22, Juli, 2011 @ 14:10

    Sehr interessanter Artikel, die Kids haben zu Hause auch jede Menge Playmobil, aber nach der Herstellung hat noch keiner gefragt.

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