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Kinderspiel des Jahres 2015 – Spinderella von Zoch

Spinderella Kinderspiel des Jahres 2015Die Würfel sind gefallen. Das Kinderspiel des Jahres 2015 heisst Spinderella, vom Autor Roberto Fraga, vertrieben vom Verlag Zoch. Das Kinderspiel ist für 2 – 4 Spieler ab einem Alter von 6 Jahren. Die Spielzeit beträgt ungefähr 20 Minuten.

Spielbeschreibung Spinderella
Flinke Ameisen flitzen über den Waldboden. Doch über ihnen lauern drei fette Spinnen in ihrem Netz. Dieses ist auf einem zweiten Spielplan abgebildet, der über dem Waldboden „schwebt“. Magnetkraft sorgt dafür, dass sich durch die Bewegung zweier Spinnen die dritte am langen Baumwollfaden auf den Waldboden abseilen kann und dabei eine Ameise einfängt. Würfelglück und clevere Ãœberlegungen bestimmen, ob man entweder eine seiner Ameisen zieht oder die beiden Spinnen im Netz bewegt – oder ob man einen hohlen Baumstumpf über eine Ameise stülpt. Diese ist dann zwar vor Spinderella geschützt, aber auch am Weiterlaufen gehindert. Ein aussergewöhnliches dreidimensionales Spiel, das mit einer gelungenen Mischung aus Fortuna und Taktik auch bei älteren Mitspielern für viel Spannung sorgt.

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Begründung der Jury

Die Jury beurteilt und wählt die Spiele nach folgenden Kriterien:
1. Spielidee (Originalität, Spielbarkeit, Spielwert)
2. Regelgestaltung (Aufbau, Ãœbersichtlichkeit, Verständlichkeit)
3. Design (Funktionalität, Verarbeitung)
4. Layout (Karton, Spielplan, Regel)

Für das Wahlverfahren werden alle Neuerscheinungen im Bereich der Kinderspiele des laufenden und des vorangegangenen Kalenderjahres berücksichtigt. Auf einer mehrtägigen Klausurtagung erarbeitet die Jury die Nominierungsliste für das Kinderspiel des Jahres, die in diesem Jahr drei Titel umfasst. Zudem veröffentlicht die Jury eine Empfehlungsliste, die auf weitere gute Spiele aus der Kategorie Kinderspiel hinweist. In Hamburg findet die Wahl des Siegertitels statt. Das Ergebnis wird erst während der Preisverleihung vor den Medien
bekannt gegeben.

Wieso wurde Spinderella gewählt
Unten auf dem Waldboden ist viel los – und oben drüber auch. Der doppelbödige Mechanismus mit Magnetkraft zieht Spieler magisch an. Der Autor Roberto Fraga gewinnt dem klassischen Laufspiel eine neue Ebene ab. Die lauernde Spinne direkt über dem Ameisentreck sorgt für ein permanentes Kribbeln. Ärgere ich mit ihr die Mitspieler? Oder bringe ich meine Ameisen ins sichere Ziel? Diesem packenden Spielprinzip ordnet sich das tolle Material jederzeit unter. Es ist kein Gimmick.

Autor Roberto Fraga Spinderella Kinderspiel des JahresDer Autor
Roberto Fraga (Jahrgang 1960), verheiratet, Vater von zwei Kindern, lebt in der Hafenstadt Saint Malo (Bretagne, Frankreich). Er studierte Industriedesign und ist ausgebildeter Handelsmarineoffizier. 2010 hing er den Job als Kapitän eines Küstenwachbootes an den Nagel. Als Autor bekannt wurde er mit „Drachendelta“, das auf der Auswahlliste zum „Spiel des Jahres 2001“ landete. Bereits zwei seiner Kinderspiele wurden zum  „Kinderspiel des Jahres“ nominiert: „Mare Polare“ (2004) und „Gesagt – getan!“ (2007).

Die Grafikerin
Doris Matthäus (Jahrgang 1963) lebt und arbeitet als Grafikerin und Spieleautorin in Erlangen. Mit ihrem Mann veröffentlicht sie im Eigenverlag Spiele von Doris & Frank erfolgreich eigene Spiele. Zu den von ihr illustrierten Spielen gehören ausgezeichnete Klassiker wie „El Grande“, „Elfenland“ und „Carcassonne“. Das von ihr gezeichnete Kinderspiel „Zicke Zacke Hühnerkacke“ erhielt 1998 den „Sonderpreis Kinderspiel des Jahres“.

Der Verlag
Zoch überzeugt seit fast 30 Jahren mit kreativen Spielideen. Bekannt für seine „tierisch schönen“ Gestaltungen, verbindet man den Münchner Verlag bis heute mit dem Kinderspiel „Zicke Zacke Hühnerkacke“, das 1998 den „Sonderpreis Kinderspiel des Jahres“ erhielt. Weitere Auszeichnungen gab es für „Villa Paletti“ (Spiel des Jahres 2001), „Niagara“ (Spiel des Jahres 2004) und das Kinderspiel „Da ist der Wurm drin“ (Kinderspiel des Jahres 2011). „Mucca Pazza“ war nominiert für das Kinderspiel des Jahres 2013. Unter dem Dach der Firma Noris-Spiele gehört Zoch heute zur Fürther Simba Dickie Group.

Interview mit Tom Felber, 1. Vorsitzender Spiel des Jahres

Tom Felber 1. Vorsitzender Jury Spiel des Jahres 2015Tom Felber aus Zürich ist der 1. Vorsitzende der Jury für das Spiel des Jahres 2015. Tom Felber hat schon früh zusammen mit seinen Geschwistern gespielt. Er arbeitet als Journalist, hauptsätzchlich für die NZZ. Er ist  Jury-Mitglied in der Zeit von Oktober 2000 bis Juni 2008 und seit Juli 2010.

Spielzeug24 (SP24): Gibt es das perfekte Spiel?
Tom Felber (TF): Das perfekte Spiel, das allen Ansprüchen, Vorlieben und Gruppensituationen genügt, gibt es nicht.

SP24: Welches Spiel wird von der Jury zum Spiel des Jahres gewählt?
TF: Die Juri sucht die die grösstmögliche Annäherung an das perfekte Spiel. Dabei ist es wichtig darauf zu achten, ob es geeignet ist, „die Verbreitung des Spiels als Kulturgut in Familie und Gesellschaft“ weiter zu fördern und zu stärken, wie es dem Satzungszweck des Vereins entspricht.

SP24: Wie ist die Jury bei der Selektion der Spiele vorgegangen?
TF: Seit dem vergangen Sommer waren unsere Jurorinnen und Juroren wieder intensiv daran, Spiel für Spiel für Spiel für Spiel auf ihren Spielreiz hin, das Material, die Grafik und die Spielregeln genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei wurden wir mit vielen fabelhaften Werken eingedeckt. Es ist für uns beruhigend: Ideenreichtum und Innovationsfreude der Autoren sprudeln weiterhin. Wir haben uns oft prächtig unterhalten, manchmal aber auch – wir geben es zu – ein bisschen gelangweilt. Und wir haben letztendlich aus dem Heuhaufen der Spieleproduktion doch einige gute Spiele herausgezogen. Weil es aber das perfekte Spiel für alle Ansprüche und Situationen eben nicht gibt, stellt der Verein jedes Jahr Empfehlungslisten mit verschiedensten Titeln zusammen, damit alle Spielinteressierten jene Spiele darauf finden können, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.

SP24: Wieviele Spiele haben es auf die Empfehlungsliste des Spiel des Jahres geschafft?
TF: Wie im vergangenen Jahr haben es auch 2015 insgesamt 25 Spiele, die alle ein bisschen besonders sind, auf unsere Listen geschafft.

SP24: Welche Spielearten werden von der Jury unterschieden?
TF: Wir haben sie wieder in unsere drei bekannten farblich unterscheidbaren Kategorien eingeteilt. In allen drei Kategorien hat die Jury drei Titel für den jeweiligen Hauptpreis nominiert: Die Farbe Rot kennzeichnet Spiele für alle Menschen, also auch solche, die keine Familie haben. Blau steht für Kinderspiele, und Anthrazit verweist auf Spiele für Leute, die schon etwas erfahrener im Erlernen und in der Anwendung von Spielregeln sind. Die Trennlinie zwischen Rot und Anthrazit führt über den Aufwand und die Anforderungen, die notwendig sind, um in die jeweiligen Spielwelten eintauchen zu können.

SP24: Fällt die Wahl des besten Spiels schwer oder gibt es auch Spiele, die die Qualitätsansprüche der Jury nicht genügen?
TF: Die Zahl der Spiele, die Mängel aufweisen – sei es in Bezug auf die redaktionelle Arbeit, die Spielregel, die Qualität des Materials oder sei es eine Grafik, welche das Spielerlebnis eher beeinträchtig als unterstützt – ist nach wie vor auffallend hoch. Zu oft herrscht leider der Eindruck, dass Spiele zu wenig sorgfältig endbearbeitet und zu schnell auf den Markt geworfen werden. Die Jury hat erneut hart darum gerungen, auch dieses Jahr wieder mehrere Spiele mit solchen kleineren Mängeln mit auf die Liste zu nehmen, weil deren Spielwert und das Spielerlebnis derart herausragend sind, dass die Detailfehler im Gesamteindruck eher zur Makulatur werden. Natürlich gab es auch das Gegenteil: perfekte Spiele in Aufmachung, Grafik und Regeln, die aber einfach nur ein durchschnittliches Spielerlebnis bieten, niemanden zu emotionalisieren vermochten und deshalb nicht berücksichtigt wurden. Das ist vergleichbar mit Hollywood-Filmen mit teuren Schauspielern und gigantischen Spezialeffekten, denen zum Schluss einfach die Seele fehlt.

Es gibt auch Spiele, die es nicht auf die Liste geschafft haben, weil ihr Spielregelheft eher einem Rätselbuch glich und das Entschlüsseln des umständlichen Textes nicht wirklich zum Spielsystem gehörte. Der Jury ist klar, dass einige Spieler ihre Lieblingsspiele auf den Listen vermissen werden. Wie immer erhebt die Jury keinen Absolutheits-Anspruch. Spielebewertung ist und bleibt eine subjektive Angelegenheit. Im langwierigen Verfahren mit Mehrheitsentscheidungen hat sich die Jury auch diesmal von vielversprechenden Titeln trennen müssen, was übrigens auch bei einzelnen überstimmten Jurymitgliedern tiefe seelische Narben hinterlassen hat. Die Konkurrenz ist aber einfach zu groß, und die Jury will die Listen übersichtlich halten.

SP24: Welches sind die Trends, denen die nominierten Spiele folgen?
TF: Betrachtet man die Empfehlungs- und Nominierungslisten jener Jury, die sich nur mit den roten und anthraziten Spielen befasst hat, sticht erneut der internationale Hintergrund vieler Titel ins Auge. Wir haben nachträglich festgestellt, dass die Autoren der 15 empfohlenen Spiele aus mindestens 12 verschiedenen Ländern stammen. Neben Deutschland nämlich auch aus den USA, England, Australien, Neuseeland, Japan, Südkorea, Österreich, Italien, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und sogar aus Ostfriesland. Auch deutsche Verlage suchen ihre Erfolge immer häufiger über eingekaufte Lizenzen aus dem Ausland, wofür „Machi Koro“ ein Beispiel ist. Wir haben uns bemüht, eine große Varianz in die Liste hinein zu bringen, sodass wirklich für jeden etwas dabei ist: Spiele mit einem klassischen Brett, Würfelspiele, Legespiele, Kartenspiele, Partyspiele, Spiele für Zwei, eher laute Kommunikationsspiele, eher ruhige Denkspiele. Die Liste zeigt wunderbar auf, wie verschieden Spiel-Atmosphären sein können und welches breite Spektrum an Erlebnissen das Spiel als Kulturgut und Mittel zum Home-Entertainment möglich macht.

SP24: Wie steht es mit digitalen Spielen? Haben Sie diese bei der Auswahl auch berücksichtigt?
TF: Dieses Jahr hat die Jury des roten Preises mit „Vollmondnacht: Werwölfe“ zum ersten Mal einen Titel auf die Empfehlungsliste gesetzt, der eine App als Ergänzung zu einem analogen Spiel sinnvoll und bereichernd einsetzt. Und wenn es – neben der oft zitierten Digitalisierung – tatsächlich so etwas wie einen Trend gibt, dann ist es wohl vor allem das Recyceln und die Ãœberarbeitung alter Spielideen zu ganz neuen Spielen. So geht beispielsweise das Grundgerüst des nominierten „Broom Service“ auf das Spiel „Wie verhext!“ zurück, wurde aber derart stark modifiziert, dass ein neues, völlig anderes, einzigartiges Werk entstanden ist.

Quelle: http://www.spieldesjahres .de

Nomination Spiel des Jahres 2015

Die Jury hat die drei Spiele, die in die letzte Runde zum Spiel des Jahres 2015 kommen nominiert. Es sind dies:

  • COLT EXPRESS von Christophe Raimbault (Verlag: Ludonaute, Vertrieb: Asmodee)
  • MACHI KORO von Masao Suganuma (Verlag: Kosmos)
  • THE GAME von Steffen Benndorf (Verlag: Nürnberger-Spielkarten-Verlag)

Bei den für das Spiel des Jahres 2015 nominierten Spielen setzen die Spieler gemeinsam ein Drehbuch für einen Western voller Ãœberraschungseffekte um, versuchen sich als Stadtplaner in der Realisierung urbaner Grossprojekte oder kooperieren beim Ablegen von Zahlenkarten in Patienceartiger Manier. Mit dieser Auswahl unterstreicht die Jury erneut ihr Statement, dass durchaus auch grossartigen Spielideen, die „nur“ in kleinen Schachteln stecken, das Potenzial für ein Spiel des Jahres innewohnt.

Wie geht es weiter? Tom Felber, der 1. Vorsitzende der Jury sagt:  Es bleibt spannend bis zum Montag, 6. Juli 2015. Dann werden die Preisträger an einer Pressekonferenz in Berlin verkündet und kurz zuvor in einer geheimen Wahl bestimmt. Bis dahin ist aber nicht einfach Pause, sondern es werden alle nominierten Spiele von den Jurymitgliedern weiterhin intensiv, im direkten Vergleich und vor allem auch mit unzähligen neuen Mitspielern gespielt, gespielt und gespielt – in der Hoffnung, dass sich die würdigsten Preisträger herauskristallisieren mögen.

Colt Express Spiel des Jahres 2015Colt Express
von Christophe Raimbault,  Verlag: Ludonaute, 2 – 6 Spieler *,  * Unsere Empfehlung: 3 – 6 Spieler, ab 10 Jahren,  ca. 40 Minuten

Wir als Banditen überfallen im Wilden Westen einen dreidimensionalen Zug, der in tollkühner Fahrt über Weichen, Brücken und durch Tunnel jagt. Revolver rauchen und Fäuste fliegen, während wir von Waggon zu Waggon hechten, um die Reisenden zu berauben und Kontrahenten auszustechen. Achtung, der Marshal kommt! Schnell flüchten die Gauner aufs Dach, wo die Action gleich weitergeht. Reihum spielen wir Aktionskarten auf einen gemeinsamen Stapel – je nach Gleisabschnitt mal offen, mal verdeckt, mal zwei am Stück. Aber erst am Ende der Runde erleben wir das Ergebnis dieser Programmierung: Prügeleien, flinke Finger und der gefürchtete Marshal sorgen für Ãœberraschungen und Schadenfreude. „Colt Express“ spult mit einfachen Regeln ein furioses Abenteuer ab, um das jeder Regisseur uns Spieler beneidet.

Begründung der Jury:
Ein Spiel wie eine Westernparodie! Fast schon in Slapstick-Manier verlieren die Banditen die sicher geglaubte Beute in Schlägereien oder sie ballern einfach ins Nichts. Wer gerade noch darüber feixt, anderen Gaunern die Absichten vermasselt zu haben, tappt schon bald selbst in einen Hinterhalt. Diese Mischung aus Planung und Chaos hat Charme und viel Witz. Lok und Waggons als dreidimensionaler Spielplan machen „Colt Express“ zudem zu einem echten Hingucker.

Machi Koro Spiel des Jahres 2015Machi Koro
von Masao Suganuma, Verlag: Kosmos, 2 – 4 Spieler,  ab 8 Jahren, ca. 30 Minuten

Unsere kleine Stadt will wachsen. Wo anfangs noch Weizenfelder und die Dorfbäckerei den Tag verschlafen, sollen bald Geschäfte, Fabriken und Cafés von urbaner Größe zeugen. Jeder Spieler ist der neue Bürgermeister solch einer Mini-Metropole und will die vier Grossprojekte Bahnhof, Funkturm, Freizeitpark und Einkaufszentrum umsetzen. Wer am Zug ist, würfelt mit (anfangs) einem Würfel, anschließend prüfen alle Spieler, ob ihre Gebäude einen Ertrag erwirtschaften. Manche bringen nur im eigenen Zug Geld, andere auch dann, wenn man nicht an der Reihe ist. Dieses Geld wird wiederum in neue Unternehmen investiert – oder in eines der wichtigen Grossprojekte. „Machi Koro“ ist ein schnelles und strategisch leichtes Aufbauspiel für große und kleine Stadtplaner, die in großen und kleinen Städten wohnen.

Begründung der Jury:
Wer hat die beste Vision für seine aufblühende Metropole? Bei „Machi Koro“ treffen die Spieler quasi an jeder Strassenecke Entscheidungen mit politischer und wirtschaftlicher Tragweite. So muss Stadtplanung aussehen! Egal ob Industrie, Restaurants oder Landwirtschaft – die Zahl der strategischen Möglichkeiten ist gross und reicht von friedlich bis rabiat. Da ist für jeden Charakter etwas dabei. Besonders empfehlenswert ist die Variante „Komme, was wolle“.

The Game Spiel des Jahres 2015The Game
von Steffen Benndorf,  Verlag: Nürnberger Spielkarten Verlag, 1 – 5 Spieler, ab 8 Jahren, ca. 20 Minuten

Die Aufgabe beim kooperativen „The Game“ ist schnell klar: Gemeinsam versuchen die Spieler, alle Karten mit Werten von 2 bis 99 passend abzulegen. Auf zwei Stapeln geht es abwärts, auf zwei Haufen aufwärts. Wer dran ist, spielt mindestens zwei Karten und füllt seine Hand wieder auf. Muss jemand passen, endet die Partie. Die Lücke zwischen zwei Karten darf beliebig gross sein, doch mitunter unvermeidbare Riesensprünge verringern die Möglichkeiten. Wenn man bloss wüsste, welche Zahlen die Mitstreiter auf der Hand haben! Die Runde darf zwar kommunizieren, aber das Nennen von konkreten Zahlen ist verboten. Gleichwohl entspannen sich lebhafte Beratungen gespickt mit emotionalen Ausbrüchen. Etwa wenn Rücksprünge gelingen. Vor allem aber dann, wenn diese simple wie fesselnde Patience aufgeht.

Begründung der Jury:
Dieser Minimalismus begeistert! Mit rund 100 Karten und wenigen Regeln erschafft Autor Steffen Benndorf eine spannungsgeladene Atmosphäre, die niemanden abschweifen lässt. Im Gegenteil: Die Zwänge beim Ablegen der Karten schicken die Spieler in ein Wechselbad der Gefühle. Verzweiflung, Ärger, Freude, triumphaler Jubel – alles ist dabei. Doch vor allem die Einschränkungen in der Verständigung machen „The Game“ zu einer Herausforderung, die nie langweilig wird.

Neben der Nomination veröffentlichte die Jury eine Empfehlungsliste mit 6 weiteren Titeln.

Spiel des Jahres 2015 Nominierungsliste

 

Interview mit Sabine Koppelberg, Jury Kinderspiel des Jahres

Logo Kinderspiel des JahresDie drei Spiele, aus denen das Kinderspiel des Jahres 2015 gewählt wird, sind nominiert. Spielzeug24 hat sich mit Sabine Koppelberg, die Koordinatorin der Jury „Kinderspiel des Jahres“ unterhalten. Sie zeigt im Gespräch auf, was der Reiz von guten Kinderspielen ist und weshalb sich Kinder dafür begeistern lassen.

Spielzeug24 (SP24): Welche Spiele sind bei den Kindern beliebt?
Sabine Koppelberg (SB): Es sind Spiele, die ihnen lang anhaltenden Spielspass bieten, sowohl in kleiner familiärer Runde zu Hause als auch in grösseren Gruppen in der Ganztagsbetreuung von Kindertagesstätten und Schulen. Es sind Spiele mit einem verständlichen, klaren Regelwerk, stabilem, kindgerechtem Material und einer ansprechenden Gestaltung.

SP24: Warum greifen Kinder trotz des massiven Angebots an elektronischen Medien nach wie vor gerne zu Brettspielen?
SB: Hier können sie die Spielidee und den Spielmechanismus im wahrsten Sinne des Wortes begreifen und spüren. Sie erleben echte Emotionen zusammen mit ihren Mitspielern und lieben es, sich zusammen zu freuen und zu ärgern. Sie geniessen die gemeinsame Zeit und Aufmerksamkeit, die ihnen beim Spielen am Tisch in der Familie geschenkt wird. Und wir Erwachsenen freuen uns, wenn sie dabei ganz nebenbei so elementare Dinge wie Regelakzeptanz, Konzentration und Motorik trainieren.

SP24: Welches sind die Trends der Neuheiten 2015?
SB: Besonders für das Alter zwischen vier und sechs Jahren ist die Auswahl an Taktik-, Geschicklichkeits- und Reaktionsspielen gross. Insbesondere Merkspiele sind in diesem Jahrgang verstärkt vertreten. Auffällig ist, dass Verlage mehrfach auf Familienspiel-Klassiker gesetzt und diese als Junior-Version für Kinder neu aufgelegt oder aus bekannten großformatigen Kinderspielen kleine Mitbringspiele gezaubert haben.

Thematisch geht es in diesem Jahr gerne tierisch zu. Wo sich in der Vergangenheit oftmals Geister und märchenhafte Figuren im Spielkarton tummelten, wimmelt es diesmal von Äffchen, Bären, Fröschen, Krabbeltierchen und Insekten. Hier haben die Autoren und Verlage den Geschmack der Zielgruppe vielfach getroffen.

SP24: 2015 gibt es rund 150 neue Kinderspiele. Wie beurteilen Sie die Qualität der Neuheiten?
SB: Auf den ersten Blick erschienen sehr viele Neuheiten durchaus als empfehlenswert. Doch leider mussten wir auch in diesem Jahr nach vielen intensiven Spielrunden mit Kindern in Familien, KiTas und Schulen feststellen, dass einige ungewöhnliche und durchaus faszinierende Spielideen mit originellen, neuartigen Mechanismen in der Zielgruppe einfach nicht richtig funktionieren. Oftmals waren Kinder der entsprechenden Altersgruppe noch motorisch oder im räumlichen Denken überfordert oder die Spieldauer war zu lang.

Ärgerlich und sehr schade ist es auch, wenn wir ein tolles Spiel aussortieren mussten, weil die Spielregel tatsächlich so klein geschrieben ist, dass man sie nur mit einer Lupe lesen kann. Leider müssen wir auch mal wieder für Kinderhände zu dünne Spielkarten bemängeln oder steckbare Spielpläne, die schon nach wenigen Partien an den Verbindungsstellen ausfransen.

Dennoch haben wir auch in 2015 wieder 10 Spiele finden können, die wir Kindern und deren Familien gerne empfehlen möchten. Hier haben die Autorinnen und Autoren und die IllustratorInnen in Zusammenarbeit mit den Verlagen so ziemlich alles richtig gemacht: eine originelle Spielidee entwickelt, die lang anhaltenden Spielspass auch für ältere Mitspieler bietet, klare Regeln formuliert, stabiles Spielmaterial und eine überwiegend ansprechende Grafik entworfen.

Eine Auswahl an Kinderspielen finden Sie hier im Webshop.

Nomination Kinderspiel des Jahres 2015

Der Verein Spiel des Jahres vergibt in diesem Jahr zum 15. Mal den Kritikerpreis „Kinderspiel des Jahres“ für herausragende Kinderspiele. Die Juri hat in einem ersten Schritt die drei Spiele nominiert, aus denen am 8. Juni 2015 in Hamburg das Kinderspiel des Jahres 2015 gewählt wird.

In der Zwischenzeit ist das Kinderspiel des Jahres 2015 gewählt. Es ist Spinderella. Mehr zum Siegerspiel gibt es hier:

Die 3 nominierten Spiele sind:

  1. PUSH A MONSTER von Wolfgang Dirscherl und Manfred Reindl (Verlag: Queen Games)
  2. SCHATZ-RABATZ von Karin Hetling (Verlag: Noris)
  3. SPINDERELLA von Roberto Fraga (Verlag: Zoch)

Schatz Rabatz von Noris Kinderspiel des JahresSchatz-Rabatz
von Karin Hetling,  Verlag: Noris, 2 – 4 Spieler , ab 5 Jahren, ca. 20 Minuten

Schätze klauen und gut verstauen – darum geht es in „Schatz-Rabatz“. Unter Zeitdruck schnappen sich die Kinder die kleinen Preziosen für Käpt’n Raffzahn aus der Tischmitte und schichten sie in ihre Truhen, bis diese randvoll sind. Der Deckel muss aber noch draufpassen; sonst muss man wieder Platz schaffen. Ist die Sanduhr abgelaufen, wird gewertet. Und da kommt Juwelen-Jack ins Spiel: In jeder Runde zeigt eine Karte an, welche Schätze in welchen Farben der fiese Kerl als Tribut fordert. Diese werden aussortiert. Es lohnt sich also, nicht blindlings zuzugreifen, sondern möglichst vielseitig zu sammeln. Der jeweils erfolgreichste Spieler bekommt ein Teil seines eigenen Piratenschiffs. Ist das vollständig, hat er gewonnen – und kann aufbrechen zu neuen Abenteuern mit einer taktischen Variante.

Begründung der Jury:
Kleine Kiste, grosser Schatz, doch leider fehlt für ihn der Platz. Mit gierigem Raffen alleine kommt man hier nicht weit. Nur wer bei aller Hektik die Ruhe und den Ãœberblick bewahrt, kann am Ende reiche Beute nach Hause tragen. Karin Hetlings temporeiches Sammelspiel erfordert räumliches Wahrnehmungsvermögen, schnelle Reaktionen und planvolles Vorgehen. Die Mischung macht´s. Damit schafft die Autorin Piratenatmosphäre pur für kleine und grosse Abenteurer.

Push a Monster Kinderspiel des JahresPush a Monster
von Wolfgang Dirscherl und Manfred Reindl,  Verlag: Queen Games, 2 – 4 Spieler,  ab 5 Jahren*,   * Empfehlung der Jury: ab 6 Jahren, ca. 15 Minuten

Jede Menge monströse Monster treffen in einer Arena aufeinander. Schnell wird es dort viel zu eng für die Ungeheuer, und jedes verteidigt vehement seinen angestammten Platz. Die Spieler würfeln Monstermotive und versuchen, die entsprechenden Holzfiguren mit zwei Schiebern möglichst geschickt auf eine Plattform in der Tischmitte zu bugsieren. Je mehr Figuren sich dort nach und nach tummeln, desto schwieriger wird es, weitere Monster zu platzieren, ohne dass dabei andere herunterpurzeln. Sobald dies passiert, kassieren alle Mitspieler ein passendes Plättchen des hinabgefallenen Ungetüms. Wer am Ende mit seinen gesammelten Plättchen die längste Reihe legen kann, gewinnt dieses Schiebespiel, bei dem neben Glück und Geschicklichkeit auch erste taktische Ãœberlegungen zum Sieg führen.

Begründung der Jury:
Keine Angst vor Monstern! Hier ist Augenmaß gefragt beim Legen und Schieben: Aus bekannten Zutaten haben die Autoren Wolfgang Dirscherl und Manfred Reindl ein sehr originelles Geschicklichkeitsspiel geschaffen, dessen taktische Tiefe sich erst allmählich entfaltet. Die raffinierte Schlusswertung erfordert vorausschauendes Platzieren der drolligen Ungetüme. Stabiles Material, klares Regelwerk, ansprechende Grafik und ein neues Spielerlebnis – hier stimmt einfach alles.

Spinderella Kinderspiel des Jahres 2015Spinderella
von Roberto Fraga,  Verlag: Zoch, 2 – 4 Spieler, ab 6 Jahren, ca. 20 Minuten

Flinke Ameisen flitzen über den Waldboden. Doch über ihnen lauern drei fette Spinnen in ihrem Netz. Dieses ist auf einem zweiten Spielplan abgebildet, der über dem Waldboden „schwebt“. Magnetkraft sorgt dafür, dass sich durch die Bewegung zweier Spinnen die dritte am langen Baumwollfaden auf den Waldboden abseilen kann und dabei eine Ameise einfängt. Würfelglück und clevere Ãœberlegungen bestimmen, ob man entweder eine seiner Ameisen zieht oder die beiden Spinnen im Netz bewegt – oder ob man einen hohlen Baumstumpf über eine Ameise stülpt. Diese ist dann zwar vor Spinderella geschützt, aber auch am Weiterlaufen gehindert. Ein außergewöhnliches dreidimensionales Spiel, das mit einer gelungenen Mischung aus Fortuna und Taktik auch bei älteren Mitspielern für viel Spannung sorgt.

Begründung der Jury:
Unten auf dem Waldboden ist viel los – und oben drüber auch. Der doppelbödige Mechanismus mit Magnetkraft zieht Spieler magisch an. Der Autor Roberto Fraga gewinnt dem klassischen Laufspiel eine neue Ebene ab. Die lauernde Spinne direkt über dem Ameisentreck sorgt für ein permanentes Kribbeln. Ärgere ich mit ihr die Mitspieler? Oder bringe ich meine Ameisen ins sichere Ziel? Diesem packenden Spielprinzip ordnet sich das tolle Material jederzeit unter. Es ist kein Gimmick.

Die Jury hat zudem eine Empfehlungsliste mit 7 weiteren Titeln veröffentlicht, welche wir nachfolgend aufführen:

Empfehlungsliste Kinderspiel des Jahres 2015

 

Schnappt Hubi! ist Kinderspiel des Jahres 2012

Das Ravensburger Spiel „Schnappt Hubi!“ ist soeben als Kinderspiel des Jahres 2012 ausgezeichnet worden. „In Hubis Spukhaus möchte jeder hinein! Der magischen Atmosphäre kann sich niemand entziehen“, findet die Jury von Kinderspiel des Jahres.

Die Gespensterjagd im Spukhaus hat die Jury überzeugt: Schnappt Hubi! das elektronische Brettspiel von Ravensburger wurde soeben als „Kinderspiel des Jahres 2012“ ausgezeichnet. „Die eingebaute Elektronik unterstützt das gemeinsame Erleben und führt intelligent durchs Spiel“, so die Jury-Begründung. Welcher Weg ist der Richtige? Wie setzen wir Hubi – das Käse klauende Gespenst – fest? Erste taktische Ãœberlegungen, sinnvolle Absprachen und gutes Hinhören machen das elektronische Brettspiel besonders. Und dank drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen und dem sprechenden Kompass ist jede Spielrunde anders.

Ständig klaut das freche Gespenst Hubi den Tieren im Spukhaus die Leckereien. Höchste Zeit also, dass Mäuse und Hasen gemeinsame Sache machen: „Schnappt Hubi““ lautet die Devise. Der magische Kompass kennt die geheimen Pfade und verleiht den anderen Tieren im Haus eine Stimme. So gibt es immer wieder entscheidende Hinweise, wo sich der unsichtbare Hubi herumtreibt. Und so machen sich die Tiere getrennt voneinander auf die Suche und bahnen sich ihren Weg durchs Labyrinth des Spukhauses. Dabei landen sie vor einem Durchgang, einer Wand, einem Hasenfenster, einem Mauseloch oder sogar von der Zaubertür? Dank Hörspiel-Elementen und Anweisungen des Kompasses tauchen Kinder ab fünf Jahren in eine faszinierende interaktive Gespenstergeschichte ein. „Kinder und Erwachsene fiebern gleichermassen mit und die eingebaute Elektronik ist hier kein Selbstzweck, sondern unterstützt das gemeinsame Erleben“, meint die Jury, welche Teil des Vereins „Spiel des Jahres“ ist. Die Experten setzen sich mit ihrer jährlichen Wahl dafür ein, „möglichst viele Menschen vom Wert des Kultur- und Freizeitmediums Spiel zu überzeugen“.

Schnappt Hubi!, das Kinderspiel des Jahres 2012 ist ein elektronisches Brettspiel für 2 – 4 Spieler ab einem Alter von 5 Jahren. Sie können das Ravensburger Spiel bei Spielzeug24 kaufen.

Diego Drachenzahn von Haba ist Kinderspiel des Jahres 2010

Diego Drachenzahn Kinderspiel des Jahres 2010 von HabaDie Jury von Kinderspiel das Jahres hat das Spiel Diego Drachenzahn von Haba zum Kinderspiel des Jahres 2010 gewählt. Wie funktioniert das Spiel Diego Drachenzahn? Im Spiel geht es um die Geschichte des Drachen Diego. Unglücklicherweise hat Diegos Feuerkugel den Hut von Onkel Dragobert in Brand gesteckt. Dieses Missgeschickt ist ihm ausgerechnet beim grossen Wettbewerb der Feuerdrachen unterlaufen. Was wollte er treffen? Während die anderen Drachen noch rätseln, feuert Diego wieder los. Ob die Kugel diesmal in die richtige Bahn kullert? Egal – solange Diego den anderen Drachen glaubhaft vorgaukeln kann, dass die soeben abgefeuerte Kugel exakt dort landete, wo er sie hinhaben wollte! Denn auch Diegos Konkurrenten sind keine Meisterschützen und verfehlen oft genug ihr Ziel. Deshalb gewinnt bei diesem pfiffigen Geschicklichkeits-Bluff-Spiel nicht unbedingt der beste Schütze, sondern jener Spieler, der die anderen häufig an der Nase herumführt.

Das Kinderspiel Diego Drachenzahn wurde vom Autor Manfred Ludwig erfunden und wird vom Verlag Haba vertrieben. Das Spiel für Kinder ist für 2-4 Spieler ab 5 Jahren. Ein Spiel dauert ungefähr 15 Minuten. Peter Braun hat das Spiel illustriert. Der Schwerpunkt seiner Arbeit sind Illustrationen für Kindersachbücher.

Weshalb hat die Jury sich für dieses Spiel entschieden?
Das Spiel Diego Drachenzahn lädt ein zum Feuerspucker-Wettbewerb. Keine Angst, das Kinderzimmer onder das Wohnzimmer geht nicht in Flammen auf, denn die Feuerkugeln sind aus Glas. Was die kleinen Drachen aber beherrschen und lernen sollten, sind Treffsicherheit und Raffinesse. Es gehört zu den Spielregeln, den Mitspieler reinzulegen. Die gelungene Mischung aus Geschicklichkeit, Bluff und Einschätzungsvermögen, im Zusammenspiel mit schönen Farben und einem tollen Spielbrertt, sorgen für hohen Spielwert.

Der Autor des Kinderspiel des Jahres 2010
Der frühere Gymnasiallehrer Manfred Ludwig (Jahrgang 1936) wurde durch das Spielen mit seinen Kindern zum Spieleerfinden inspiriert. Ludwig ist bei seiner Tätigkeit als Spieleerfinder erfolgreich. Der gebürtige Münchner gewann mit „Viva Topo!“ den Preis „Kinderspiel des Jahres 2003“. Beim Testen von Prototypen erhält er mittlerweile Unterstützung von fünf Enkelkindern.

Der Verlag
Haba bezeichnet sich selbst als „Erfinder für Kinder“. Neben Kinder- und Familienspielen hat das Unternehmen Habermaass aus Bad Rodach zum Beispiel auch Babyspielzeug und Wohnideen fürs Kinderzimmer im Programm. Im Jahr 2001 gewann der Verlag mit „Klondike“ den damals zum ersten Mal vergebenen Preis „Kinderspiel des Jahres“. Eine Wiederholung gelang 2006 mit „Der schwarze Pirat“.

Die Jury Kinderspiel des Jahres 2010 setzt sich wie folgt zusammen
Zielsetzung des Vereins „Spiel des Jahres e.V.“, der den Preis vergibt, ist die Verbreitung des Kulturgutes Spiel in Familie und Gesellschaft zu fördern. Dazu vergibt er für den deutschsprachigen Raum seit 2001 die Auszeichnung „Kinderspiel des Jahres“. Stimmberechtigt sind ausschliesslich unabhängige Fachjournalisten, die in die Jury berufen werden
und sich strikt am Verbraucher orientieren. Für die Wahl „Kinderspiel des Jahres 2010“ waren drei Mitglieder der Jury sowie drei Beiräte stimmberechtigt.

Bei der Wahl beurteilt die Jury die Kinderspiele nach folgenden Kriterien:
1. Spielidee (Spielspass, Originalität, Spielwert)
2. Regelgestaltung (Aufbau, Ãœbersichtlichkeit, Verständlichkeit)
3. Design (Funktionalität, Verarbeitung)
4. Layout (Karton, Spielplan, Regel)
Für das Wahlverfahren werden alle neuen Spiele für Kinder des laufenden und des vorangegangenen Kalenderjahres berücksichtigt.

Kartenspiel Dixit ist Spiel des Jahres 2010

Die Würfel, respektive die Karten sind gefallen. Die Jury hat das Spiel DIXIT zum Spiel des Jahres 2010 gewählt. Dixit vom Verlag Libellud hat damit die anderen nominierten Spiele auf die Plätze verwiesen.

Die Begründung der Jury des Spiel des Jahres für die Wahl von DIXIT lautet wie folgt: Dieses Gedankenspiel entführt in ganz eigene Sphären. „Dixit“ von Autor Jean-Louis Roubira regt nicht nur die eigene Kreativität an, man muss sich auch auf die Ideen anderer einlassen. Wesentliches Element sind dabei die herausragend gezeichneten Bildkarten, die durch ihren Detailreichtum verschiedenste Assoziationen zulassen. Sie bringen die Spieler über das Spiel hinaus miteinander ins Gespräch. Ein Vorbild für die gelungene Komposition von Spiel und Grafik.

Der Autor von Dixit dem Spiel des Jahres 2010 , Jean-Louis Roubira lebt in Poitiers, Frankreich. Er ist als Kinder-Psychiater tätig und hat bereits zwei Spiele veröffentlicht. Dixi ist sein bisher erfolgreichstes Spiel. Es wurde bereits in Frankreich und Spanien mit Preisen ausgezeichnet. Die Bildkarten sind ein wesentlicher Teil des Spiels Dixit. Die Karten wurden von Marie Cardout gestaltet. Die Illustratorin von Postkarten und Büchern lebt in Paris. Der Kleinverlag Libellud aus Roubaix in Frankreich wurde erst im Jahr 2008 gegründet. Die Kleinstfirma besteht aus Régis Bonnessée. Er arbeitet selber als Spieleautor. Sein Spiel Himalaya erhielt im Jahr 2005 eine Nominierung  für das Spiel des Jahres.

Kartenspiel Dixit
Das Spiel ist für 3 – 6 Spieler,  ab 8 Jahren gedacht. Ein Spiel dauert cirka 30 Minuten. Wie kleine Kunstwerke erscheinen die 84 grossformatigen Karten ihren Betrachtern. Die liebevoll gestalteten Motive regen die Fantasie an. Sechs Karten stehen jedem Spieler zur Auswahl. Wer zu einer davon ein Thema findet, nennt es und spielt die Karte verdeckt aus. Alle anderen Spieler wählen geheim ein möglichst passendes Bild und legen es dazu. Nach dem Aufdecken wird getippt: Wer errät die Karte des Themengebers? Treffer werden mit Punkten belohnt und durch verspielte Holzhasen auf der Zählwiese markiert. Die Wahl des Themas spielt eine zentrale Rolle: Es darf weder zu leicht noch zu schwer sein! Tippen alle richtig oder alle falsch, geht der Ideengeber leer aus. Schnell geraten die Spieler ins Schwärmen und entdecken immer neue Details auf den Bildern, die zum Träumen, Nachdenken und Geniessen einladen.

Spiel des Jahres 2010 – Nominierungsliste

Die Wahl des Spiel des Jahres 2010 findet am Montag, 28. Juni 2010 in Berlin statt. Im Vorfeld hat die Jury ein Auswahl an Spielen getroffen. Diese fünf zum „Spiel des Jahres 2010“ nominierten Titel heissen (in alphabetischer Reihenfolge):

KochspielA LA CARTE
von Karl-Heinz Schmiel aus dem Verlag: Heidelberger Spieleverlag. Die kühne Küchenkeilerei ist für 3 – 4 Chaosköche ab 8 Jahren.  Das Spiel dauert cirka 45 Minuten. Wer schnuppert nicht gerne an einem gelungenen Gericht? Oder wer ärgert sich nicht über eine versalzene Suppe? Hier erhält jeder in der eigenen Miniaturküche einen Herd und eine Pfanne. Wer ein erfolgreicher Sternekoch werden will, muss die witzig gestalteten und liebevoll illustrierten Rezepte genau einhalten und passend würzen. Mit etwas Geschick und einer Prise Rollenspiel werden die Spieler stimmungsvoll in die Haute Cuisine versetzt. Bon Appétit!

DIXIT
von Jean-Louis Roubira aus dem Verlag: Libellud und dem Vertrieb: Asmodee. Das fantasievolle Gedankenspiele ist für 3 – 6 kommunikative Personen ab 8 Jahren. Ein Spiel dauert cirka 30 Minuten. Wie kleine Kunstwerke erscheinen die 84 grossformatigen Karten ihren Betrachtern. Die liebevoll gestalteten Motive regen die Fantasie an. Sechs Karten stehen jedem zur Auswahl.  Schnell geraten die Spieler ins Schwärmen und entdecken immer neue Details auf den Bildern, die zum Träumen, Nachdenken und Geniessen einladen. 

FRESKO
von Marco Ruskowski und Marcel Süsselbeck vom Verlag: Queen Games. Die spannende Deckenmalerei ist ein Spiel für 2 – 4 Planer ab 10 Jahren. Ein Spiel dauert cirka 60 Minuten.  
 
Das Deckenfresko im Dom muss restauriert werden. Eine Aufgabe, die den Malern der Renaissance eine strategisch gute Tagesplanung abverlangt. Nur Frühaufsteher haben auf dem Markt die freie Auswahl an Farben – zahlen aber auch am meisten dafür. Für Langschläfer gelten Schnäppchenpreise. Fresko erzählt eine plausible Geschichte und bietet auch mit dem Farbenmischen einen verständlichen Zugang. Wer es anspruchsvoller mag, kann drei Erweiterungen beliebig kombinieren. 

IDENTIK
von William P. Jacobson und Amanda A. Kohout vom Verlag: Asmodee. Die ferngesteuerte Zeichnerei ist für 3 – 6 Künstler ab 8 Jahren. Das Spiel dauert cirka 45 Minuten.
 
Einer erklärt, alle zeichnen: Mehr oder weniger wortreich beschreibt der Mitspieler das Kunstwerk in seiner Hand. Identische Bilder werden die Maler in der Runde nicht zustande bringen. Aber darauf kommt es gar nicht an. Der Nachbar vergibt die Punkte, das Diskutieren um die gefragten Details ist ausdrücklich erlaubt. In dem kommunikativen Spiel bringen stilisierte Werke den Künstlern oft viel mehr ein als filigrane Zeichnungen. Ãœber die ganz verschiedenen Kunststile amüsieren sich Jung und Alt. 

IM WANDEL DER ZEITEN – DAS WÃœRFELSPIEL. BRONZEZEIT
von Matt Leacock aus dem Verlag: Pegasus Spiele. Das Spiel baut eine Zivilisation durch 1 – 4 Würfelgötter ab 10 Jahren auf.  Das Spiel dauert cirka 40 Minuten.   
 
Bescheiden fängt jede neue Zivilisation an: Mit anfangs nur drei Würfeln müssen Waren und Nahrung gesammelt oder Bauwerke errichtet werden. Erworbene Waren werden nicht wie gewöhnlich auf einem Spielplan, sondern auf Holzsteckbrettern markiert. Aber Vorsicht: Mit jeder neuen Stadt wächst der Bedarf an Nahrung, und wer seine Bürger nicht versorgen kann, kassiert Katastrophenpunkte. Wer sich davor schützen oder einfach nur weiter punkten will, kauft Errungenschaften und notiert das auf seinem Wertungsbogen, der zugleich bestens als Leitfaden fungiert.

Das magische Labyrinth ist Kinderspiel des Jahres 2009

das magische labyrinthDie Würfel sind gefallen. Die Jury hat das magische Labyrinth von Dirk Baumann, erschienen bei Schmidt Spiele, zum Kinderspiel des Jahres 2009 gekürt. Mit Das magische Labyrinth zeichnet die Kinderspieljury ein Spiel aus, das auf Kinder ebenso wie auf Erwachsene eine magnetische Anziehungskraft ausübt. Die Auszeichnung gilt dem Verlag Schmidt Spiele, Marke Drei Magier und dem in Köln lebenden Autor Dirk Baumann. Für den 38jährigen Diplom-Informatiker geht damit gleich bei seinem ersten veröffentlichten Spiel der Traum aller Spieleautoren in Erfüllung. Sein magisches Labyrinth erwies sich als Volltreffer. Zauberlehrlinge werden auf der Suche nach magischen Zeichen über einen Spielplan gezogen. Ein unterirdisches Labyrinth lässt die mit Magneten verbundenen Spielfiguren immer wieder wie gegen eine unsichtbare Wand laufen. Es bedarf grosser Aufmerksamkeit und eines guten Gedächtnisses, um die im Untergrund lauernden Hindernisse zu umgehen und sich seinen Weg durch das magische Labyrinth zu bahnen. Das Spiel zeichnet sich durch eine raffiniert ausgetüftelte Spielmechanik und hohen Aufforderungscharakter aus.

Auf ihrer Suche nach magischen Symbolen bräuchten die Zauberlehrlinge in diesem Spiel eigentlich nur dem geraden Weg zu folgen. Aber immer wieder verhindern unsichtbare Mauern im magischen Labyrinth das Weiterkommen. Ist das wirklich Magie? Nicht ganz, denn vor jedem Spiel wird mit Hilfe von kleinen Mauerteilen aus Holz ein unterirdisches Labyrinth gebaut. Liegt die Bodenplatte mit den Symbolen darüber, sind die Gänge nicht mehr sichtbar. Bei jeder Spielfigur wird unterhalb des Spielfelds eine Metallkugel angebracht, die von einem Magneten gehalten wird. Wenn jetzt der kleine Magier über ein Hindernis hinweg ziehen möchte, macht es „Rumms!“ – und die kleine Kugel rollt zurück. Dann heißt es, von vorne anfangen und sein Glück erneut versuchen. Einmal mehr zieht die faszinierende Wirkung des Magneten grosse wie kleine Spieler in ihren Bann.

Das magische Labyrinth, Kinderspiel des Jahres 2009, vom Autor Dirk Baumann, eigent sich für 2 – 4 Spieler. Kinder ab 6 Jahren benötigen cirka 25 Minuten für ein Spiel. Das magische Labyrinth können Sie im online Shop von Spielzeug24.ch kaufen.